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Herzlich willkommen auf meiner privaten Website. Alles über mein berufliches Profil finden Sie auf meinem XING.

Meine Schwerpunkte sind die berufliche Bildung und die Jugendberufshilfe (Berufspädagogik und berufsorientierende soziale Arbeit). Berufliches Handeln setzt eine objektive Realität und ein kognitives System voraus, das sein Handeln an der Realität überprüft. Auch darum bin ist Naturalist und nicht Konstruktivist. Neben dem Kerngeschäft der Ausbildung nach Ausbildungsrahmenplan ist mir die individuelle Berufsorientierung und die damit verbundene erfolgreiche Auswahl geeigneter Ausbildungsbewerber im Übergang Schule-Beruf sehr wichtig. Das sozialwissenschaftliche Handwerkszeug (empirische Sozialforschung, beschreibende Statistik, Prüfstatistik, Spieltheorie, Simulation, Modellbildung, Algorithmisierung und Anwendungsentwicklung) und die psychodiagnostische Teststatistik beherrsche ich ex forma et ex functione (SPSS, PSPP, R, Tabellenkalkulation, Relationale Datenbanken, SQL, C++, Java, PHP). Ich stehe einem naturalistischen Weltbild nahe und mein Herz schlägt für eine aufgeklärte, humanistische und streng säkulare Kultur in einem demokratischen und sozialen Rechtsstaat.

Ich bringe eine breite berufliche Erfahrung gepaart mit Lebenserfahrung und einer hohen beruflichen Qualifikation, breiter Unterrichtserfahrung und umfangreiche Kenntnisse in empirischer Forschung, Statistik und Datenanalyse, Algorithmen und Datenstrukturen mit. Zwei Arbeiten zeichnen mich ganz persönlich aus und sind die für mich persönlich wertvollsten Arbeiten. Meine algorithmisch rekursive Sequenzanalyse und das Düsseldorfer Schülerinventar. Wenn das Düsseldorfer Schülerinventar ein Gesellenstück ist, ist die algorithmisch rekursive Sequenzanalyse ein Meisterstück.

Meine private Leidenschaft sind die visuelle Amateurastronomie, die Schachprogrammierung, gute Bücher und die informatische Modellierung sozialer Strukturen. Ganz besonders interessiert mich privat die Rekonstruktion der Regeln der Replikation kultureller Replikatoren mit formalen Sprachen.

Es lohnt sich, die Sprache zu lernen, die Gesellschaften rekonstruiert. Bisher haben wir nur eine Sprache, die Gesellschaftsphilosophien (Esoterik und Metaphysik) erschafft (Konstruktivismus, Kritische Theorie, Kreationismus, intelligent Design, Homöopathie, Astrologie, Libertarianismus, Sozialismus, Nationalismus, Esoterik, etc.). Die Gesellschaftsphilosophie (Esoterik und Metaphysik) ist falsch.

Als Maxwell und Faraday an den theoretischen Grundlagen der Elektrodynamik arbeiteten, gab es Bildungsbürger, die sich mit Vorführungen zu Blitzen und statischer Ladung amüsierten. Sie nannten sich Elektriker oder Magneten und waren esoterisch und spirituell motiviert. Als Einstein seine Modell zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in bewegten Bezugssystemen und zur Ununterscheidbarkeit von Gravitation und Beschleunigung in gekrümmten Räumen veröffentlichte leiteten Esoteriker daraus ab, dass alles relativ sei. Als die Stabilität von Atomen mit der Wellennatur der Elektronenschalen und der Photoelektrische Effekt mit der Teilchennatur erklärt wurde orakelten Esoteriker davon, der Beobachter konstruiere die Wirklichkeit. Und als Turing, Shannon, Ashby und andere die Grundlagen der Informatik definierten leiteten Esoteriker ab, dass alles Information und Geist ist und nannten es Systemtheorie. Das ist jetzt der neue Schöpfungsglaube und nicht von intelligentem Design zu unterscheiden.

Besonders verwerflich sind die Todsünden des Konstruktivismus. Denn Konstruktivismus hat mit Kybernetik und Systemtheorie so viel zu tun wie Esoterik mit Quantenphysik. Zumindest hat Konstruktivismus deutlich mehr Gemeinsamkeiten mit Kreationismus und intelligent Design als mit Kybernetik und Systemtheorie.

Die aufklärungsfeindlichen Todsünden des Konstruktivismus sind: Die Evolution ist eine Konstruktion und keine objektive Wirklichkeit, biologische Reproduktionsmerkmale sind kein Ergebnis der Evolution, sondern sozial konstruiert. Jede beliebige Weltanschauung ist eine Bereicherung und gleichwertig zu anderen Weltanschauungen. Es gibt keine objektive Wirklichkeit, die Welt in der wir leben ist konstruiert (von der Gesellschaft, von Gott, etc) und objektive Erkenntnis gibt es deshalb nicht, sondern nur beliebige gleichwertige Konstruktionen (Islam, Christentum, neues Heidentum, Atheismus, Agnostizismus, Rationalismus, Naturalismus). Alles ist gleichwertig. Alles ist eine Bereicherung, Für die Begründung, dass es keine objektive Realität gibt, werden harte Fakten der naturalistischen biologischen Forschung missbraucht, die aber aus konstruktivistischer Sicht keine anerkennbaren objektiven Tatsachen sind, Anerkannte Fachvertreter, die sich selbst als Naturalisten und kritische Rationalisten verstehen und niemals als Konstruktivisten verstehen würden, werden dreist usurpiert: Autopoiese: Varela, Maturana, Kybernetik: Ashby, Shannon, Weaver, Minsky, Konstruktionismus: Papert, Kognitivismus: Piaget. Konstruktivismus wird dreist und ohne jeden Zusatz als Systemtheorie bezeichnet. Dabei hatte der Konstruktivismus als vielversprechende Perspektivenerweiterung neben dem Kognitivismus angefangen. Dann aber hat der Wolf des Lamarckismus, der in den Ländern des Ostblocks sein politisch korrektes Überleben gesichert hatte, den Schafspelz des Konstruktivismus übergezogen. Seither ist der Konstruktivismus nicht mehr wiederzuerkennen und zu einem Lyssenkoismus geworden. Immer wenn versucht wird, Lebensprobleme mit Wissenschaft zu lösen, hört Wissenschaft auf und fängt Politik an: "6.52: Wir fühlen, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort." Wittgenstein, Tractaus.

Konstruktivismus ist keine Systemwissenschaft. Konstruktivismus ist kreationistischer Schöpfungsglaube auf Basis der luhmannschen Schöpfungsgeschichte. Gläubige Konstruktivisten leugnen eine vom konstruktivistischen Designer unabhängige rational erklärbare Welt. Wahrheit ist relativ und aushandelbar. Esoterik, Religion, Metaphysik und Astrologie sind dann wahr. Konstruktivismus hat mit Systemwissenschaft und Kybernetik so viel gemeinsam wie Esoterik mit Energie und Quantenphysik. Geisteswissenschaftliche, spirituelle, konstruktivistische und therapeutische Ansätze sind mir fremd. Mead, Parsons, Weber, Simmel, Mannheim/Scheler, Berger/Luckmann, Maturana, Varela, Habermas und Luhmann, Schulz von Thun, Cohn, Perls, Satir, Freud, Adler und Jung habe ich hinter mir gelassen. Albert, Axelrod, Esser, Diekmann, Troitzsch, Popper, Brezinka, Rössner, Pribram, Galanter, Miller, Oestreicher, Volpert, Dawkins, Dennett, Hofstadter, Rucker, Blackmore, Ashby, Shannon, Weaver, Ropohl, Flechtner, Minsky, Papert überzeugen mich mehr.

Ich bin Naturalist. Methodisch bin ich Atheist. Weltanschaulich bin ich Agnostiker.

Aber wenn man mich fragen würde, welche Konfession das schönste Gottesbild hat, würde ich das orthodoxe- und das katholische Christentum nennen. Deshalb finde ich es schade, wenn religiös Suchende sich bei importierten Religionen bedienen. So degeneriert Kultur zur Folklore die bekanntlich unterhaltsam aber wenig befriedend und ohne gruppenbildende Verbindlichkeit ist. Ich bin bei Franziskanern zur Schule gegangen. Mein Kniesehnenreflex ist ein franziskanischer Arbeitsstil. Ein calvinistischer Arbeitsstil ist mir befremdlich. Ich denke sozialdemokratisch und christdemokratisch. Liberale, libertäre und andere Modelle befremden mich nur.

Unbestritten dagegen ist, dass die technologische Zivilisation zur Aufrechterhaltung der Homöostase der kybernetischen Steuerung bedarf (Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Stromversorgung, Transport, Logistik, Luftfahrt, Schifffahrt, Strassenverkehr, Militär, Polizei, Öffentliche Verwaltung, Legislative, Exekutive, Judikative, Monetative, Bildung und Wissenschaft, Kultur, Soziale Sicherheit, Gesundheit, Güterproduktion und Güterverteilung, Nahrung, Kleidung, Wohnraum, öffentliche und private Dienstleistung, Wirtschaftssystem, Geldsystem, Recht, eine gemeinsame Sprache und damit Werte und Normen, Weltanschauung, Lebenswelt und lebensweltliche Rituale und Strukturen, biologische Grundbedürfnisse, Verdauung, Ressourcenbesetzung, Ressourcenverteidigung, Reproduktion, nicht wie ein Uhrwerk, sondern wie ein genetischer und memetischer Ameisenstaat, wie ein Multiagentensystem). So wie die Homöostase des Körpers der kybernetischen Steuerung jeder einzelnen Zelle bedarf, so bedarf die Gesellschaft der kybernetischen Steuerung. Denn schon jetzt leben wir wie die eigenen Zoo- und Haustiere in unserem eigenen Zoo, der uns vom direkten Kontakt mit der Natur abkoppelt, dafür aber von der inneren Zuverlässigkeit so abhängig macht, wie den Herzpatienten vom Herzschrittmacher. Gleichzeitig bedürfen wir der kybernetischen Rückkopplung einer offenen Gesellschaft im Sinne Poppers. Denn bei einem evolvierenden Homöostaten mit Rückkopplung und innerer Regelung bedarf es der Steuerung soviel wie notwendig und der Freiheit soviel wie möglich.

Wir brauchen eine neue rekonstruktive Soziologie, die die kulturelle Evolution als algorithmisch rekursive Reproduktion, Variation und Selektion kultureller Replikatoren modelliert, deren Spuren sequenzanalytisch mit formalen Sprachen rekonstruiert werden können. Die Strukturwissenschaften Linguistik, Logik, Mathematik, Soziologie, Kybernetik und theoretische Informatik haben einen identischen kalkülfähigen Gegenstandsbereich.

Aus der diskreten Natur der Materie geht die Sprache der chemischen Verbindungen und die Sprache der DNA hervor. Wie ein Echo entsteht daraus auf höherer Ebene die ethnische Sprache und auf einer Metaebene die linguistische Struktur der Reproduktion, Variation und Selektion der kulturellen Replikatoren. Diese linguistische Struktur ist der Motor der memetischen Reproduktion kultureller Replikatoren. Diese algorithmisch rekursive Struktur ist natürlich nicht an Habermas und Luhmann anschlußfähig. Galilei ist ja auch nicht an Aristoteles anschlußfähig.

Die sozialen Replikatoren, Regeln im Sinne von Algorithmen, gespeichert in neuralen Mustern und Artefakten, zur Laufzeit kopiert von technischen und neuralen Automaten, erzeugen diachronisch eine Kette von Selektionsknoten (Parameter I), wobei sie synchronisch zum Zeitpunkt t aus dem Selektionsknoten t den Selektionsknoten t+1 erzeugen (Parameter II). Dem entspricht eine kontextfreie formale Sprache (K-Systeme), die aus dem Selektionsknoten zum Zeitpunkt t durch Anwendung von Produktionsregeln den Selektionsknoten t+1 erzeugt.

Dabei ist jeder Selektionsknoten ein Zeiger auf rekursiv ineinander verschachtelte K-Systeme. So kann wie mit einem Mikroskop in die Fallstruktur hineingezoomt werden. Die Menge der K-Systeme bilden eine Case Structure Modelling Language "CSML".

Die Approximation laesst sich beliebig nahe an die Transformation der sozialen Wirklichkeit annähern. Dabei werden den Produktionen Maße zugeordnet, die ihrer empirischen gesicherten Pragmatik/Semantik entsprechen. Sie bilden topologisch ein rekursives Transitionsnetz diskreter nichtmetrischer Ereignismengen ueber denen ein algorithmisches Regelsystem arbeitet. K- Systeme K sind formal durch ein Alphabet ( ), alle Worte über dem Alphabet ( A* ), Produktionsregeln ( p ) dem Auftrittsmaß h (Pragmatik/Semantik)und einer axiomatischen ersten Zeichenkette ( ) definiert:

 

Vom Axiom k0 ausgehend, erzeugt ein K-System eine Zeichenkette k0k1k2... indem die Produktionsregel  p auf das Zeichen i einer Kette angewendet wird:

Ein strenges Maß für die Zuverlässigkeit der Zuordnung der Interakte zu den Kategorien (vorläufige Formative da im Prinzip ad infinitum zu approximieren) ist die Anzahl der von allen Interpreten übereinstimmend vorgenommene Zuordnung (vgl MAYRINGl99O,S.94ff, LISCH/KR1Z1978,S.84ff). Dieser Koeffizient ist dann definiert mit:

N:= Anzahl der Interpreten

Z:= Anzahl der total übereinstimmenden Zuordnungen

Ii:=Anzahl der Zuordnungen des Interpreten Ii

"Bei den Geisteswissenschaften dagegen hat man manchmal den Eindruck, dass es mindestens ebenso wichtig ist, wie und vor allem von wem etwas gesagt wird. Nehmen wir beispielsweise Jürgen Habermas und seine (Entschuldigung, wirren) Ideen zum Gehirn im Speziellen und der Evolution im Allgemeinen. Weil er Habermas ist, nehmen viele seine Aussagen erst einmal ernst, und wenn sie sie nicht verstehen, suchen sie den Fehler bei sich selbst. Naturwissenschaftler würden, frei nach Wolf Singer, schlicht sagen: „Wo sind die Daten?“ oder auch „Geh doch mal ins Labor!“"

Meyer, A.: Crash der Wissenschaftskulturen: http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/crash-wissenschaftskulturen Handelsblatt, Donnerstag, 26. FEBRUAR 2009 | NR. 40 WISSENSCHAFT & DEBATTE http://www.evolutionsbiologie.uni-konstanz.de/files/resourcesmodule/@random498aaf5c84194/1235651370_HB090226.pdf

Diese Feststellung trifft natürlich auf Luhmann genauso zu.

"Konstruktivismus ist vielmehr ein Sonderfall von Metaphysik. Konstruktivismus ist subjektiver (oder "intersubjektiver", "sozialer") Idealismus.Der deutsche Idealismus hat es Luhmann vorgemacht: Kant, Hegel, Fichte und Schopenhauer beschreiben, wie sich Bewusstsein seine Welt schafft. Luhmann gibt zwar das mentalistische Vokabular: die Rede vom Bewusstsein auf, nicht aber den idealistisch-demiurgischen Ansatz. "

Krause, D.: Luhmanns Systemtheorie als Metaphysik http://medkon.userweb.mwn.de/2401_krause.html

Und deshalb ist es kein Zufall, dass die Reproduktion und Transformation der Replikatoren dieser Subkultur eher an die Ordinationsriten und Initiationsriten einer Religion erinnern. Wie die höheren Beamten öffentlich-rechtlicher Religionsgemeinschaften verwalten Habermasjünger und Luhmannjünger ihre Metaphysik. Und untereinander und gegen die, die nicht glauben, führen sie Religionskrieg. Die Sozialwissenschaften haben ihren Galilei noch nicht gefunden. Das Elend des Historizismus lebt und treibt weiter sein schauriges Spiel. Anders als bei den öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften fällt aber nicht einmal als Nebeneffekt etwas Nützliches ab. Kritische Theorie und Konstruktivismus sind (Entschuldigung) reiner aristotelischer Humbug.

"Im starken Gegensatz zum methodologischen Naturalismus in der Soziologie behauptet der Historizismus, daß einige der charakteristischen Methoden der Physik in den Sozialwissenschaften nicht verwendbar sind, weil es tiefliegende Unterschiede zwischen der Soziologie und Physik gebe. "

Popper,K.: Das Elend des Historizismus, 1987,6.Auflage, Seite 5

Natürlich kann man sich bemühen, an Luhmann oder Habermas anschlussfähig zu bleiben und Luhmann oder Habermas zu algorithmisieren. Algorithmisieren kann man alle Artefakte, zum Beispiel die Astrologie oder das Schachspiel. Und man kann normative Agenten verteilter künstlicher Intelligenz, Zelluläre Automaten, neuronale Netze und andere Modelle mit heuristischen Protokollsprachen und Regeln modellieren. Das ist zweifellos theoretisch wertvoll. So wird es keinen soziologischen Theoriefortschritt geben. Gesucht ist eine neue Soziologie, die die Replikation, Variation und Selektion sozialer Replikatoren, gespeichert in Artefakten und neuralen Mustern, modelliert. Diese neue Soziologie wird an Habermas oder Luhman ebenso wenig anschlussfähig sein wie Galilei an Aristoteles. Und ihre basalen Sätze werden so einfach sein wie die newtonschen Gesetze. So wie Newton die Begriffe Bewegung, Beschleunigung, Kraft, Körper und Masse operational definierte, so wird diese Theorie die sozialen Replikatoren, ihre materiellen Substrate, ihre Replikation, Variation und Selektion algorithmisch und operational definieren und sequenzanalytisch sichern. Soziale Strukturen sind sprachlich codiert und basieren auf einem digitalen Code. Gesucht sind syntaktische Strukturen einer Kultur codierenden Sprache. Aber dies wird keine philosophische Sprache sein, sondern eine Sprache, die Gesellschaft codiert und erschafft. Diese Sprache codiert die Replikation, Variation und Selektion kultureller Replikatoren. Auf dieser Basis werden dann normative Agenten verteilter künstlicher Intelligenz, Zelluläre Automaten, neuronale Netze und andere Modelle andere als heuristische Protokollsprachen und Regelsysteme nutzen können, um die Evolution kultureller Replikatoren zu simulieren.

"Es geht nicht nur um die Überprüfung der Anwendungsbedingungen eines bestimmten Modells (z. B. die Erklärung der Organisation einer Revolution als Kollektivgutproblem), sondern – meist – um die Kombination ganz unterschiedlicher Situationstypen (und deren aggregierter Folgen), wobei diese Kombination‚ historisch‘ eher auf ‚Zufall‘ als auf einen ‚gesetzmäßigen‘ Verlauf insgesamt zurückzuführen ist. Es war wohl der zentrale Irrtum des Historizismus (und analoger makroskopischer Theorien sozialen Wandels), die konkreten Abläufe insgesamt aus einem Modell erklären zu wollen und als eine Art von gigantischem, komplett endogenisierbaren Ablauf zu verstehen, wobei es sich tatsächlich lediglich um die zufällige Kombination ganz verschiedener Abläufe handelt. Einzelne Teil-Prozesse und –Konstellationen lassen sich dann – möglicherweise – im o. a. Sinne modellieren; die gesamte Kombination des empirischen Einzelfalls indessen (in aller Regel) nicht."

Hartmut Esser, Klaus G. Troitzsch: Einleitung: Probleme der Modellierung sozialer Prozesse. In: Hartmut Esser, Klaus G. Troitzsch: Modellierung sozialer Prozesse. Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn 1991.S. 9-12.

"Den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften ist ihr Gegenstand erst unter dem grundlegenden Aspekt der Sinnstrukturiertheit gegeben, und Sinnstrukturiertheit wiederum kommt ihrem Gegenstandsbereich erst aufgrund der Regelgeleitetheit von sozialem Handeln, nicht aufgrund des subjektiven Meines und Intendierens zu, wobei unter Regeln hier in scharfer Differenz zu Regularitaet oder Regelmaeßigkeit formal ein Äquivalent zu einem Algorithmus verstanden wird..."

Ulrich Oevermann, Die objektive Hermeneutik als unverzichtbare methodologische Grundlage fuer die Analyse von Subjektivitaet. Zugleich eine Kritik der Tiefenhermeneutik, In. Jung, Th., Mueller-Doohm, st. (Hg):>>Wirklichkeit<< im Deutungsprozess: Verstehen und Methoden in den Kultur- und Sozialwissenschaften, Frankfurt 1993, S. 115


"Normalerweise liegt eine Revolution vor uns und kuendigt sich mit »Getoese« an. Die Algorithmische Revolution dagegen liegt bereits hinter uns und nur wenige haben sie bemerkt - umso wirkungsvoller ist sie gewesen. Die Algorithmische Revolution begann um 1930 in der Wissenschaft, um 1960 in der Kunst. Inzwischen gibt es kaum noch einen Bereich unseres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, der nicht von Algorithmen durchdrungen ist: Technik, Transport, Haushalt, Banken, Wirtschaft, Kommunikation, Architektur, Literatur, Kunst, Musik."

Peter Weibel: http://www01.zkm.de/algorithmische-revolution/

 

"...das kognitiv richtige Denken verwandelt sich mit dem Ablauf der Zeit in Technologie im Gegensatz zum 'unrichtigen' Denken, welches die reale Welt - ohne es zu bemerken - transzendiert und Fiktionen schafft, wie philosophische Systeme, Weltanschauungen, Mythen und dergleichen."

Lem, St.: Vorwort im nachhinein, in: Ralf-Dirk Hennings u.a. (Hg.): Informations- und Kommunikationsstrukturen der Zukunft. Bericht anläßlich eines Workshops mit Stanislaw Lem, München 1983, S.9f.

"Text heisst jede durch eine Grammatik (Chomskygenerator) generierte Menge von Zeichenketten, unabhaengig davon, wozu wir sie verwenden. Abstrakt, als Texte sind sich ein Computerprogramm und ein Liebesbrief gleich. Wenn Text nicht mentalistisch abgehoben, eine „(schriftlich fixierte) im Wortlaut festgelegte Folge von Aussagen" (Microsoft 1995 (Duden-LexiRom)), sondern ein von Menschen intentional hergestelltes Produkt ist, kann man nicht nur nach seiner Verwendung oder Wirkung, sondern auch nach seiner Gegenstandsbedeutung (Holzkamp 1976:25ff) fragen. Die Gegenstandsbedeutung von Text ist nicht eine irgendwie geartete inhaltliche Bedeutung, die mittels Text uebermittelt werden soll, sondern die Bedeutung des gegenstaendlichen Textes selbst, also seine gegenstaendliche Funktion im uebergeordneten Prozess."


Rolf Todesco
Hypertext oder Was heisst Konstruktion im konstruktivistischen Diskurs?
in: Rusch, G. / S.J. Schmidt (Hrsg): Konstruktivismus in Psychiatrie und Psychologie, Delfin 1998/99, Suhrkamp, stw 1503, Frankfurt 2000

 

Der Kuenstler als Programmierer findet ein widerstaendiges Material. Dieses ist von vornherein semiotischer Art. Seine Widerstaendigkeit liegt folglich im Geistigen. Berechnungen gilt es zu organisieren, die zu Bildereignissen werden. Die Bewunderung fuer den Kuenstler, die wir aus seinem Bild heraus stets aufbringen wollen, findet ihren Anlaß in der Distanz, die er zum eigenen Werk eingeht und aushaelt. Deutlich ist die kuenstliche Kunst, die sich des Computers bedient, eine postmoderne Kunst, also eine Kunst, die zwar zu den Materialien gelangt, aber nicht von ihnen selbst, sondern von ihren semiotischen Spuren ausgeht...

Frieder Nake: "Mensch und Kunst im Computerzeitalter" http://www.emohr.com/ww1_out.html

Die Instruktionen und Anweisungen der unterschiedlichen Musik- und Kunstrichtungen lassen sich im Begriff des Algorithmus zusammenfassen. Ein Algorithmus ist eine streng definierte Handlungsanweisung mit finiten Elementen und einer determinierten Abfolge die einer Maschine oder einem Menschen mitteilt, was zu tun ist. Die Maschine folgt einer Folge von Ziffern und fuehrt das Programm aus, der Mensch folgt Buchstaben und Symbolen, sei es einem Kochrezept, einer musikalische Partitur oder den Regeln eines Spiels. Die intuitiven Algorithmen in Form von Gebrauchs- und Handlungsanweisungen setzten sich in den Kuensten parallel zur Entwicklung der Rechenmaschinen und Maschinensprachen und ihren algorithmischen Prozeduren durch.

Peter Weibel: http://www02.zkm.de/youser/index.php?option=com_content&task=view&id=16&Itemid=24

SEQUITUR is an algorithm that infers a hierarchical structure from a sequence of discrete symbols by replacing repeated phrases with a grammatical rule that generates the phrase, and continuing this process recursively. The result is a hierarchical representation of the original sequence, which offers insights into its lexical structure. The algorithm is driven by two constraints that reduce the size of the grammar, and produce structure as a by-product. SEQUITUR breaks new ground by operating incrementally. Moreover, the method's simple structure permits a proof that it operates in space and time that is linear in the size of the input. Our implementation can process 50,000 symbols per second and has been applied to an extensive range of real world sequences.

Craig G. Nevill-Manning Ian H. Witten http://www.sequitur.info inferring hierarchies from sequences 1997

 

Im 19. Jahrhundert ist das 20. Jahrhundert imaginiert worden als Technologie der Mobilisierung und Personalisierung. Mit PC und Handy etc. sind diese Phantasien eingetreten. Diese Technologien haben aber auch die Kunst veraendert. Die Geschichte der Betrachter von Kunst und der Besucher von Museen hat im 20. Jahrhundert neue Akzente erhalten. Nach 1945 hat in der Neuen Musik und in der bildenden Kunst die Partizipation des Publikums als Teil des Kunstwerkes eingesetzt.

User Art _ Nutzerkunst /// Peter Weibel: http://www02.zkm.de/youser/index.php

 

Memes are habits, skills, songs, stories, or any other kind of information that is copied from person to person. Memes, like genes, are replicators. That is, they are information that is copied with variation and selection. Because only some of the variants survive, memes (and hence human cultures) evolve. Memes are copied by imitation, teaching and other methods, and they compete for space in our memories and for the chance to be copied again. Large groups of memes that are copied and passed on together are called co-adapted meme complexes, or memeplexes.

Susan Blackmore: http://www.susanblackmore.co.uk/memetics/about%20memes.htm

Metzinger: Auch das Selbstmodell in Ihrem Gehirn ist jetzt schon rein virtuell. Der interessante Punkt ist gerade, dass Sie es nicht als Modell erleben koennen, sozusagen naiv-realistisch an seinem Inhalt kleben. Stellen Sie sich vor, wir entwickeln eine Bewusstseinstechnologie, durch die Sie sich erlebnismaeßig mit ihrer Second-Life-Figur identifizieren koennen. Ein Exodus des Menschen aus der Realitaet in die Virtualitaet ist keine ganz neue Idee. Die philosophische Frage waere: Wer oder was ist es ueberhaupt, das da auswandert?

Thomas Metzinger: http://www.zeit.de/2007/34/M-Seele-Interview?page=all

„Als Ich, als menschliche Wesen, sind wir alle aus Welt 3 hervorgegangen…“,

Popper,K.: Das Ich und sein Gehirn1989(10), München, S.144

„… wenn wir es doch sagen können, so geht es bloß darum, einen Algorithmus zu schreiben, der in Software implementiert werden kann.“

Metzinger,Th.: Der Ego.Tunnel, 2009, S.272

Geisteswissenschaftliche, spirituelle, konstruktivistische und therapeutische Ansätze sind mir fremd. Mead, Parsons, Weber, Simmel, Mannheim/Scheler, Berger/Luckmann, Maturana, Varela, Habermas und Luhmann, Schulz von Thun, Cohn, Perls, Freud, Adler und Jung habe ich hinter mir gelassen. Albert, Axelrod, Esser, Diekmann, Troitzsch, Popper, Brezinka, Rössner, Pribram, Galanter, Miller, Oestreicher, Volpert, Dawkins, Dennett, Hofstadter, Rucker, Blackmore überzeugen mich mehr. Persönlich bevorzuge ich eine linguistische evolutionäre Perspektive und die damit verbundene Modellierung kultureller Replikatoren mit formalen Sprachen. Aus der diskreten Struktur der Materie geht die linguistische Struktur der biologischen Evolution und die linguistische Struktur der kulturellen Replikatoren hervor. Ich bevorzuge deshalb einen algorithmischen Strukturalismus.

Downloads

Über die Entscheidbarkeit der GTG, 1994
Rekursive Strukturen und Prozesse, 1995
K-Systeme: Das Projekt ARS, 1994
Algorithmisch Rekursive Sequenzanalyse, 1996
ARS Fallstruktur, 1996
Oevermann, Chomsky, Searle, 1994